Unser Lachen ertönte laut und lang. Das
Lachen löste die sexuelle Anspannung wieder zu einem lockeren Band auf. Wir waren in diesem tosenden Wechselspiel gefangen, die Dunkelheit umhüllte uns, Kerzen brannten mit loderndem Docht und
mit gefährlich züngelnder Flamme.
In dem Augenblick war Victor der einzige Mann, mit dem ich schlafen wollte, dessen Schönheit ich sehen wollte, wenn ich ihn in mir fühlte, dessen
Stimme ich im Rhythmus seiner stossenden Bewegungen, in der Schärfe seiner Worte hören wollte.
Doch diese Begierde zeigte ich ihm nicht. Mein Widerstand auf seine Erotik baute ich auf dem Gedanken auf, dass sich jede Frau, die er haben
wollte, ihm mit grösster Wonne auch hingab.
Aber ich wollte das Ganze – ich wollte bei meiner Hingabe, Seiner auch gewiss sein. Ich wusste, dass die Intensivität der Kraft unserer
Leidenschaften, uns gefährlich weit in die Ekstase schleudern würde. Die Aussicht einen einmaligen, riskant gefährlichen Orgasmus erleben zu dürfen, in dem sich alle existierenden Gegensätze
vereinen, und der Geist nicht mehr zwischen Lust oder Schmerz, Freud oder Leid, Komik und Tragik unterscheiden kann.
Wenn die Weiblichkeit auf die Männlichkeit trifft, bei denen der einzelne Körper geschaffen wurde, so dass er das perfekte Komplementäre des
anderen ist. Dass für jede Rundung des einzelnen Körpers, die exakt passende Beuge im anderen zu finden ist. Dass jeder Muskelstrang im Körper des anderen, die Pfeiler seiner zuckenden Muskeln
sind. Dass bei der Umschlingung der einzelnen Gliedern und der endgültigen Vereinigung eine so perfekte Form entsteht, dass sie sich komplett auflöst – existent ist und doch nicht vorhanden
ist.
Meine Zurückhaltung war für uns beide spürbar. Victor umkreiste mich wie ein Wolf – sein Radius wurde enger, kleiner bei jeder seiner
Runden.
Als ich schon wieder am Schachtisch sass und schon wieder um einen weiteren Tag und natürlich der dazugehörigen dritten Nacht spielte, war mir
klar, dass der Wolf jetzt zubeissen würde.
Victor kam mir, der Möglichkeit den einzigen Fluchtversuch anzutreten, zuvor, indem er energisch fordernd sagte: „Pauline, heute wirst Du aber
nicht wieder so früh zu Bett gehen. Schliesslich musstest Du heute nicht wie eine Furie toben, und diese Ersparnis an Energie setzen wir in eine weitere Schachpartie ein.“
Wieder hatte er mich mit einer impulsiven Schacheröffnung zu einer Akzeptanz seiner Provokation gebracht, ja der Wolf hatte mich
durchschaut und entlarvt – und in seiner unmittelbaren Reichweite.
„Sollte ich diesmal gewinnen, Pauline, fordere ich Dich auf, mich mit Deinem gesamten Wissen über die Kunst des Küssens zu informieren – in
theoretischer- und selbstverständlich auch in praktischer Art.“
„Einverstanden. Dieser Einsatz ist sehr hoch. Dementsprechend darf nun auch meine Forderung anspruchsvoller sein!“ ich wollte mich noch nicht
ergeben.
„Das ist Voraussetzung, gnädige Frau!“ spottete er fein, aber äusserst überheblich.
„Sollte ich diese Partie gewinnen, lösen sich Deine Ansprüche auf eine weitere Nacht in meiner Gesellschaft und meinem Bett komplett auf – und Du
bist morgen weg!“
Damit hatte er nicht gerechnet, ich hatte ihn überrumpelt – und damit einwenig Genugtuung erhalten.
Er verschaffte sich eine kurze Pause, indem er äusserlich wohl gelassen, doch mit einer Anspannung im Rücken, Cognac nachschenkte.
Dann schaute er mich an und nickte kurz als Zeichen seines Einverständnisses.
Es wurde die erbittertste Schachpartie meines Lebens. Ich griff auf alle, mir je begegnete Kniffe zurück, doch am Ende nahm er meine
spielerhaltene Dame mit einem fiesen, hinterhältigen Bauern ein.
Ein breites Grinsen überzog sein Gesicht.
„Ich bin ausserordentlich neugierig und gierig auf die Einlösung dieser Wettschuld – dafür musste ich aber ausdauernd kämpfen. Na ja, ...“ er
zuckte gleichmütig mit den Schultern und sprach weiter: „...jedenfalls, habe ich gewonnen. Ich geh vor und erwarte Dich sehr bald auf dem noch mehr schaukelnden Boot im Schlafzimmer – auf dem
Wasser!bett - bereit Deine sündhaften Ansichten von Dir ins Ohr geflüstert zu bekommen und natürlich mit musterhaften Ausführungen... “
Victor war verschwunden und ich suchte meine Fassung in einem grossen Schluck aus dem Schwenker wieder.
arte kommt von ars, artis und bedeutet: Handwerk, Gewerbe. Handwerkszeug,
treiben; Geschicklichkeit, Kunstfertigkeit. Beharrlichkeit; Mittel und Wege. Kunstgriff, Kniff; Handlungsweise, Eigenschaft, üble Gewohnheiten; Kunst, Wissenschaft. Dialektit; Dichtkunst;
Beredsamkeit; Kunstlehre, Kunsttheorie. Nach den Regeln der Kunst; Gefühl für Kunst.
PORNO wird so definiert: Das aus dem Altgriechischen abgeleitete
Kunstwort „Pornografie“ bedeutet wörtlich unzüchtige Darstellung; von griechisch πόρνη (pórne) = Dirne, πόρνος (pornos) = Hurer, auch Unzüchtiger, πορνεία (porneía) = Unzucht und altgriechisch
γραφειν (graphein) = malen, schreiben, beschreiben. artePORNO ist, was ich hier tue!
Geben Sie mir nach der Verlinkung doch kurz in einem Kommentar bescheid (Gegenlink); zärtlichen Dank.
Ausserdem betreibe ich auch noch einen Non-Erotik-B log:
Über artePORNO
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Stellen Sie sich einen Pornofilm des Kulturfernsehsender "Arte" vor. Auf dem arte.PORNO-Blog wird künstlerisch geliebt und durch ein rotes Seidentuch beobachtet und heimlich belauscht.
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