Freitag, 16. oktober 2009 5 16 /10 /2009 19:27
Unbewusst begann ich die Geschichte Jeanine zu erzählen, und je weiter ich mich zurückversetze, umso weiter entfernte ich mich aus der Gegenwart, ging zurück zu ihm und bemerkte Jeanine kaum mehr.


Mein Berufswunsch war von jeher klar: Ich wollte die menschliche Psyche erforschen. Wollte wissen, wieso es den Menschen zu den Handlungen trieb, die er manchmal gedankenlos vollbrachte oder die ihn fast zwanghaft zu Tätigkeiten verführte, deren Ursprung er sich nicht bewusst ist; die spirituelle Ursachenforschung, die sich in meinem Studium als das Lernen des Statistik Auswertens und Lesens herausstellte.
Schnell begriff ich auch, dass ich selbst ein ebenso neurotischer Mensch wie Woody Allen bin. Mit dieser Feststellung war natürlich auch mein weiterer Werdegang vorbestimmt. Ich spezialisierte mich auf Psychosen und Neurosen. Mein Chefarzt in der Klinik meldete mich deshalb auch zu einem in Lichtenstein stattfindenden, einmaligen monatigen Weiterbildungsseminar zum Thema „Neurosen - Segen oder Fluch: die richtige Handhabung macht den kleinen Unterschied“ an – vollumfänglich auf Kosten der Klinik, inklusive Vollpension.
Der Mann, welcher sich im Kurs zielstrebig und in einer angeborenen charmanten Selbstverständlichkeit neben mich setzte, gefiel mir beim ersten Augenschein schon sehr. Als ich sein After Shave roch, das sich mit seinem Aroma vermischt hatte, war es schon um mich geschehen; ich wurde ganz schüchtern, verlor meine selbstbewusste Beherrschung. Obwohl die Vorstellung ganz nüchtern unter Kollegen erfolgte.
Als er sich mir vorstellte, vernahm ich nur den sonoren Bass seiner Stimme und seinen Namen: Lucca.
Meine Hand war nach unserem Händeschütteln ganz feucht. Ich spürte lange Zeit später noch seinen männlichen Handruck und die Feinheit seiner Haut. Mit zahlreichen, dezenten Blicken schaute ich immer wieder auf seinen Handrücken. Dieser war sehr wohl behaart, aber so eigenwillig, wie ich es zuvor noch nie gesehen hatte und später auch nie mehr zu sehen bekam; die Linie seiner Handbehaarung machte vom äusseren Handgelenk zu seinem kleinen Finger bananengebogen eine elegante Kurve, an keiner Stelle sah ich zu viele oder zu wenig Haare – sie waren einfach genau richtig.
Ich ertappte mich dabei, wie ich ihn mir auf einer Bühne vorstellte, wie ein Hypnotiseur der sein Publikum durch die langsame und bewusste Sprechweise, beherrschte. Ich war seine Zuschauerin, sog ungeniert sein Erscheinungsbild in mich auf und liess mich durch die Tonlage seiner Stimme und seinen betörenden Geruch bezaubern.
Ich las in der perfekten Symmetrie seines Gesichtes, dass er laut moderner Psychoanalyse das neuzeitige Schönheitsideal verkörperte. Aber ich spürte in seiner Ausstrahlung, dass er die Frauen nicht sofort auf den ersten Blick auf Grund seiner äusseren Schönheit bezauberte, sondern es umgab ihn die Aura des Geheimnisvollen.
Hätte ich nicht gewusst, dass die Tochter des Chaos’ die Nyx, die Nacht wäre, so hätte ich mit grösster Überzeugung geschworen, die Nyx hätte einen Bruder - diesen Mann neben mir - namens Lucca. Dieser Lucca hätte die abgründige, rätselhafte, nebulose, vieldeutige, undurchdringliche Nacht deutlicher symbolisiert als seine Schwester die Nyx.
Der Referent kam ins Zimmer, die Stunde begann. Aber ich konnte ihm nicht folgen. Meine ganze Aufmerksamkeit galt den Händen von meinem Tischnachbar. Sie waren gepflegt. Sie zogen mich in ihren Bann.
Ich stellte mir vor, wie diese Hände unter meinen Rock griffen. Wie Lucca’s Finger sich beidseitig um meine Knie legten und sich einen Weg zu meinem Schoss bahnten. Oooh – innerlich stöhnte ich auf. Wenn eine seiner Hände dann mit ihren Fingern endlich in meinem Schoss sein würde, und ich dort, an meinem Lustpunkt die zarte und feuchte Verwöhnung empfangen durfte, ich würde meine Beine spreizen und ihn freudig empfangen.
Wenn die zarte Haut seiner Finger meine Klitoris stimulierte, ich dort an diesem empfindlichen Knötchen, nur die pure, glatte, widerstandslose Weichheit seines Fleisches spüren würde...
Die Ebenheit seiner Hand wäre seine Macht, mich zum Höhepunkt zu bringen. Die abgerundete Weichheit seiner Haut wäre die Essenz für seine Biegsamkeit in der Berührung, für die wachsartige Beschaffenheit seiner Finger, die sich um mein weibliches Geheimnis modellieren würde. Nachgiebig wäre ich der Huldigung seiner Zärtlichkeiten preisgegeben, der nur er mächtig und bestimmend wäre. Keine zusätzliche Stimulierung durch dominante Schwielen oder raue, unebene Haut, die mich und ihn des Willens berauben würden....

Fortsetzung folgt am 20.10.2009 um 19:27 Uhr
von Vivienne Vernier - veröffentlicht in: Vierte Story - Community: Erotische Geschichten
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Zur Definition

arte kommt von ars, artis und bedeutet: Handwerk, Gewerbe. Handwerkszeug, treiben; Geschicklichkeit, Kunstfertigkeit. Beharrlichkeit; Mittel und Wege. Kunstgriff, Kniff; Handlungsweise, Eigenschaft, üble Gewohnheiten; Kunst, Wissenschaft. Dialektit; Dichtkunst; Beredsamkeit; Kunstlehre, Kunsttheorie. Nach den Regeln der Kunst; Gefühl für Kunst.

PORNO wird so definiert: Das aus dem Altgriechischen abgeleitete Kunstwort „Pornografie“ bedeutet wörtlich unzüchtige Darstellung; von griechisch πόρνη (pórne) = Dirne, πόρνος (pornos) = Hurer, auch Unzüchtiger, πορνεία (porneía) = Unzucht und altgriechisch γραφειν (graphein) = malen, schreiben, beschreiben.
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